Kernanliegen der ACDL sind:

Persönlichkeitsbildung

Ausgehend vom christlichen Menschenbild stellt Bildungspolitik das Individuum in den Mittelpunkt aller Bemühungen und erkennt an, dass Bildung einen ganzheitlichen An-spruch hat, der weit über abprüfbares Wissen hinausgeht. Bildung beinhaltet sowohl Erziehung als auch Bindung und zielt darauf ab, es jedem Menschen auf der Basis von Wissen und Methoden, Urteilsfähigkeit und Handlungskompetenz zu ermöglichen, ein eigenständiges Leben in sozialer Verantwortung zu führen. Die Schule leistet im Regelfall einen wesentlichen Beitrag zur individuellen Bildung, darf aber das Elternhaus sowie andere für die Sozialisation des Kindes wichtigen Instanzen nicht aus der Verantwortung entlassen oder verdrängen.

Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft

Eine umfassende persönliche Bildung ist die Grundlage des Einzelnen dafür, sein Leben bestreiten zu können und Grundlage einer Gesellschaft, ihre Zukunftsfähigkeit zu gestalten. Daraus ergeben sich für den demokratischen Staat das Recht und die Verpflichtung Bildung anzubieten und einzufordern. Es muss dies eine Bildung sein, die an ihren Ergebnissen gemessen weltweit konkurrenzfähig ist und dementsprechend geistig, wissenschaftlich und kulturell, geistliche, sozial und ethisch führend ist.

Lebenslanges Lernen

Notwendig dafür ist eine bildungspolitische Konzeption, die zunächst die Rolle der Familie und ihr verlässliches Umfeld im Bildungsprozess fördert, auf einer breiten Akzeptanz des lebenslangen Lernens fußt und damit von der frühkindlichen spielerischen Entwicklung und vorschulischen Erziehung über die schulische, berufliche und universitäre Bildung bis zur Fort- und Weiterbildung alle benachbarten Bereiche verzahnt und die jeweiligen Akteure untereinander aber auch mit ihrem lokalem Umfeld von beispielsweise Kirchen und Organisationen, Vereinen und Wirtschaft vernetzt.

Individuelles Lernen

Lernen vollzieht sich individuell. Oberstes Ziel aller Bildungsbemühungen ist somit die Individualisierung der Lernprozesse. Das Postulat "längeres gemeinsames Lernen" kann sich deshalb ausschließlich auf die Zeit vor der Grundschule beziehen. Die Verbindung von Fördern und Fordern sowie eine klare Leistungsorientierung müssen weiterhin Maßstab bleiben. Der Erfolg des einzelnen ist von seinem Engagement abhängig.

Mehrgliedrigkeit und Anschlussfähigkeit

Lernen und Lehren verläuft in homogenen Gruppe einfacher und erfolgreicher. Es wird Lernenden und Lehrenden eher gerecht. Hierin liegt der Grund für die Gliederung des Schulwesens. Die Anzahl der Glieder orientiert sich primär an den pädagogischen Erfordernissen, beachtet aber auch die demographische Entwicklung. Mehrgliedrigkeit ermöglicht eine effektivere Ressourcennutzung, die allen Beteiligten zugute kommt. Die Ausprägung der Mehrgliedrigkeit gewährleistet immer ein differenziertes System von Abschlüssen und ist damit anschlussfähig und durchlässig, offen für lebenslanges Lernen und sackgassenfrei. Auf Dauer wird sich ein mehrgliedriges Schulsystem mit hoch differenzierter Mittelstufenschule und Gymnasium etablieren, das durch berufliche und gymnasiale Oberstufen ergänzt wird. Die Schulen steuern die innere Organisation selbst und achten darauf, dass die Jugendlichen rechtzeitig, das heißt zwei Jahre vor einem jeweiligen Abschluss, Praxisklassen für diejenigen einführen, die in den Beruf streben.